Die niederländische Textilkette Zeeman hat nach intensiven Verhandlungen mit den Gewerkschaften beschlossen, in Spanien endgültig 13 Filialen zu schließen. Ursprünglich war die Schließung von 15 Filialen geplant, doch zwei Standorte in Burriana und Cartagena bleiben nun doch geöffnet, ein Ergebnis, das von den Gewerkschaften als Erfolg gewertet wird.
Der Prozess begann Anfang Juni mit der Ankündigung eines kollektiven Entlassungsverfahrens (Expediente de Regulación de Empleo, ERE) für Zeemans spanische Niederlassungen. Die Gewerkschaften FeSMC-UGT, CCOO und Fetico führten wochenlange Gespräche mit der Geschäftsführung, um die Zahl der Entlassungen zu reduzieren und bessere Abfindungen für die betroffenen Mitarbeiter auszuhandeln. Am 17. Juli wurde schließlich eine Vereinbarung unterzeichnet, die als Abmilderung gegenüber den ursprünglichen, strengeren Plänen gilt.
Die Schließungen sind eine Reaktion auf das schleppende Wachstum von Zeeman in Spanien seit der Eröffnung der ersten Filiale 2015 in Girona. Trotz des niedrigen Preiskonzepts, das Zeeman den Spitznamen „holländischer Primark“ eingebracht hat, leidet die Kette unter der starken Konkurrenz durch Online-Shops wie Shein und Temu, die den stationären Handel im Land belasten. Obwohl Zeeman weiterhin rund 180 Filialen in Spanien betreibt, markiert diese Maßnahme den ersten größeren Rückzug seit Beginn der Expansion.
Der Druck im Niedrigpreissegment wächst nicht nur für Zeeman, sondern auch für andere Einzelhandelsketten wie Casa, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Die Veränderungen spiegeln den raschen Wandel des spanischen Einzelhandels wider, in dem günstige Alternativen wie Tedi, Pepco und PrimaPrix zunehmend Marktanteile gewinnen.
Für die von den Schließungen betroffenen Mitarbeiter gelten die am 17. Juli getroffenen Vereinbarungen. Ob und wann Zeeman weitere Filialen in Spanien eröffnen wird, ist derzeit nicht bekannt. Die aktuelle Entwicklung zeigt jedoch, wie dynamisch und herausfordernd der Einzelhandelsmarkt in Spanien für Discounter bleibt.
Quelle: Agenturen





